Handeln Sie rechtzeitig, wenn sich in einem Bereich die Fehlzeiten häufen

Mitarbeiter plant seinen Urlaub am Computer und sieht sich dabei eine Weltkarte an

Häufen sich in einem Unternehmen Fehlzeiten oder Krankheiten, sollte der HR-Bereich rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Führungsverhaltens kann sich schnell in reduzierten Krankheitstagen äußern.

Wie lange Beschäftigte krankheitsbedingt fehlen, ist eng mit dem jeweiligen Beruf verknüpft. Laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) fehlten Arbeitnehmer in den Berufen mit den höchsten Krankenständen durchschnittlich 26,3 Tage im Jahr 2018. In den Berufen mit den niedrigsten Krankenständen waren es nur 12,8 Fehltage im Schnitt. Die geringsten Ausfallzeiten hatten Beschäftigte in der Hochschullehre und -forschung (4,6 Tage). Auf die höchsten Werte kamen Beschäftigte in der Ver- und Entsorgung (32,5 Tage).

Jeder Beruf bringt ein spezifisches gesundheitliches Risiko mit sich. Daher ist leicht nachvollziehbar, dass Arbeitnehmer in der Ver- und Entsorgung, in der Verkehrswege-Wartung oder in der industriellen Gießerei, deren Tätigkeit körperlich belastend ist, häufiger fehlen als Hochschullehrer oder Softwareentwickler. Dennoch können sich auch bei reinen Büroarbeitsplätzen Fehlzeiten häufen. So fand das WIdO-Institut heraus, dass Arbeitnehmer, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben, beispielsweise in einem Großraumbüro, besonders oft von Erkältungen betroffen sind.

Ein auffällig hoher Krankenstand kann sich aber auch in bestimmten Bereichen zeigen. Denn häufig sind ein schlechter Führungsstil, fehlende Eigenverantwortung, zu viel Kontrolle oder zu wenig Lob und Motivation dafür verantwortlich, dass Mitarbeiter krank werden. Das gilt, wie ein früherer Fehlzeiten-Report des WIdO-Instituts herausfand, interessanterweise nicht vornehmlich für psychische, sondern vor allem für körperliche Erkrankungen.

Stellt ein Arbeitgeber Auffälligkeiten fest, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Führungskräfte sensibilisieren und schulen: Die Führungskräfte tragen gleich zweifach Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Zum einen müssen sie dafür sorgen, Stressfaktoren und Zeitknappheit zu reduzieren und ihre Mitarbeiter zu einem eigenverantwortlichen Arbeiten zu befähigen. Zum anderen müssen sie in Krankenrückkehrgesprächen praktikable und motivierende Lösungen finden, um die Rückkehrer wieder in die Arbeitsabläufe einzubinden. Darüber hinaus gilt es, auch sich selbst vor Stress und Burnout zu schützen. Zahlreiche Krankenkassen bieten Schulungen für Führungskräfte, in denen sie sich mit der Verantwortung für die eigene Gesundheit und die ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen.
  • Ergonomie am Arbeitsplatz ermöglichen: Ununterbrochen sitzende Bürotätigkeiten können ebenso zu körperlichen Schädigungen führen wie unergonomische Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe. Die ergonomische Optimierung eines Arbeitsplatzes kann viel bewirken. Eine natürliche und entspannte Sitzhaltung, der korrekte Abstand von Auge und Bildschirm und ausreichend Raum für Haltungswechsel sind in der Regel mit wenigen Veränderungen zu erreichen. Auch im Homeoffice ist das Thema Ergonomie zu beachten.
  • Infektionen im Großraumbüro vorbeugen: Häufig stellt sich das Großraumbüro als ein Ort heraus, an dem Infektionskrankheiten in geballter Form auftreten. Um dem vorzubeugen, können Arbeitgeber dafür sorgen, dass Hygienefallen wie Tastaturen, PC-Mäuse, Telefonhörer und Türklinken häufig desinfiziert werden. Auch Verhaltenstipps für die Mitarbeiter sind hilfreich, um Infektionen vorzubeugen.
  • Gesundheitsförderung anbieten: In der betrieblichen Gesundheitsförderung hat sich eine Vielzahl von vorbeugenden Maßnahmen etabliert. Je nach individuellen Anforderungen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter können Angebote zur körperlichen Bewegung oder gezielten Entspannung Problemen vorbeugen. Auch Seminare, die dazu anregen, ungesunde Lebensgewohnheiten zu ändern oder das eigene Zeitmanagement zu verändern, haben sich als hilfreich erwiesen. Angebote für den Betriebssport haben nicht nur eine gesundheitsfördernde Wirkung, sondern können auch den Zusammenhalt im Team stärken und ein gewichtiges Argument bei der Mitarbeitergewinnung sein.
  • Gesunde Ernährung fördern: Das Lieblingsessen der Arbeitnehmer in Deutschland bleibt die Currywurst. Aber in der Praxis hat sich gezeigt: Wenn Unternehmen gesunde Gerichte attraktiv präsentieren und zu einem überzeugenden Preis anbieten, lassen sich die Mitarbeiter schnell davon überzeugen. Dass gesunde Küche in Kantinen funktioniert, zeigt das Beispiel Kopenhagen: Inzwischen servieren die öffentlichen Kantinen dort zu 90 Prozent Bio-Nahrungsmittel. Darüber hinaus hat sich gezeigt: Ein kostenfreies Angebot von zuckerfreien Getränken und Obst kann dazu führen, dass sich der Konsum von ungesunden Limonaden und Schokoriegeln reduziert.
     

Fazit: Treten in einem Bereich vermehrt Fehlzeiten auf, ist das eine Aufforderung zu handeln. 

Wenn die Mitarbeiter ihre Arbeit als zufriedenstellend und positiv erleben, hat dies eine förderliche Auswirkung auf den Krankenstand. Eine der besten Maßnahmen, um Fehlzeiten im Unternehmen zu reduzieren, ist die Sensibilisierung der Führungskräfte für den Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Gesundheit. Zusätzlich empfehlen sich weitere Gesundheitsmanagement-Angebote, ergonomische Anpassungen sowie Angebote für gesunde Ernährung.

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