Candidate Experience

HR-Wissen für die Praxis

Candidate Experience

Inhaltsverzeichnis

  • Was bedeutet Candidate Experience?
  • Das Ziel: eine positive Candidate Experience
  • Touchpoints in der Candidate Experience
  • Softwareunterstützung
  • Anbindung an das Talent Management

 

Was bedeutet Candidate Experience?

Die Definition von Candidate Experience ist angelehnt an das Customer-Experience-Management aus dem Marketing, das den Kunden in den Mittelpunkt stellt und alle Begegnungen mit dem Kunden positiv gestalten will. Dementsprechend geht es beim Candidate-Experience-Management darum, die Zufriedenheit eines Bewerbers an allen Berührungspunkten mit dem Unternehmen zu steigern.
 

Das Ziel: eine positive Candidate Experience

Das wichtigste Ziel von Candidate-Experience-Management ist es, eine positive Bewerbererfahrung zu schaffen. Im Laufe des Bewerbungsprozesses hat ein potenzieller neuer Mitarbeiter zahlreiche Berührungspunkte (Touchpoints) mit dem Unternehmen. Wird einer davon als negativ empfunden, kann dies zu einem Abbruch der Bewerbung führen. Der Bewerber ist verärgert und geht dem Unternehmen verloren. Eine negative Candidate Experience kann auch dazu führen, dass diese in Social Media verbreitet wird und dass dem Unternehmen dadurch Einbußen entstehen.

Die Bedeutung der Candidate Experience für das Employer Branding ist hoch; gleichzeitig können Employer-Branding-Maßnahmen die Zufriedenheit der Bewerber unterstützen. Eine positive Candidate Experience hat darüber hinaus eine spürbare Auswirkung auf den Rekrutierungserfolg.

Die Aufgaben für Personaler liegen darin, alle Kontaktpunkte mit den Bewerbern regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren. Negativ auf die Candidate Experience können sich zum Beispiel technische Probleme beim Ausfüllen des Bewerbungsformulars auswirken, lange Wartezeiten oder unfreundliche Hiring Manager beim Vorstellungsgespräch.

Ein wichtiger Faktor für eine positive Candidate Experience ist die Wertschätzung des Bewerbers. Diese beginnt bei einer individuellen Ansprache durch die Personalabteilung und zeitnahen Reaktionen auf Anfragen, beinhaltet möglichst viel Transparenz im Bewerbungsprozess und einen freundlichen Empfang beim ersten persönlichen Gespräch im Unternehmen.
 

Touchpoints in der Candidate Experience

Die Candidate Experience startet schon lange vor der eigentlichen Bewerbung, zum Beispiel wenn ein Kandidat in einer Online-Jobbörse auf eine Stellenanzeige des Unternehmens stößt oder wenn er den Arbeitgeber auf einer Karrieremesse entdeckt. Das sind typische Touchpoints im Bewerbungsprozess:

  • Jobportale: Bei der Veröffentlichung von Stellenanzeigen in Jobportalen kommt es auf eine aussagekräftige Stellenbeschreibung sowie eine mobil optimierte Darstellungsform an. Ein Button, der zu einer mobilen Bewerbungsmöglichkeit führt, unterstützt ebenfalls eine positive Candidate Experience.
  • Karrieremessen: Die Berührungspunkte auf Karrieremessen ergeben sich nicht nur am Stand des Unternehmens, sondern zum Beispiel auch auf begleitenden Vorträgen. Ist ein Kontakt zu einem interessanten Kandidaten geknüpft, sollte die Kommunikation weitergeführt werden.
  • Karriereseiten: Die Webseite ist ein zentraler Anlaufpunkt für Kandidaten, um sich über das Unternehmen als Arbeitgeber zu informieren, weitere Stellenangebote einzusehen und sich über den Bewerbungsprozess zu erkundigen. Hier sind Transparenz, eine authentische Darstellung und unkomplizierte Kontakt- und Bewerbungsmöglichkeiten unerlässlich. Das gilt ebenso für Arbeitgeberauftritte des Unternehmens in Social Media.
  • Lokalpresse: Auch die Lokalpresse kann einen Berührungspunkt zu potenziellen Bewerbern darstellen. Über einen Artikel, der den neuen Ausbildungsgang im Betrieb beschreibt, Mitarbeiter mit besonderen Leistungen vorstellt oder über die neue Produktionshalle berichtet, werden zahlreiche Personen auf das Unternehmen als Arbeitgeber aufmerksam.
  • Arbeitgeberbewertungen: Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu und Glassdoor haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem festen Bestandteil von Bewerbungsprozessen entwickelt. Auf diesen Portalen informieren sich Interessenten darüber, was Mitarbeiter über das Unternehmen als Arbeitgeber berichten. Deshalb sollte jedes Unternehmen seine Bewertung im Blick haben und auf Kritik richtig reagieren.
  • E-Mails und Telefonate: Die direkte Kommunikation mit den Kandidaten muss wertschätzend und auf Augenhöhe geführt werden. Es gilt, individuell auf jeden Kandidaten einzugehen und möglichst zeitnah zu antworten.
  • Bewerbungsgespräch: Ein besonders hohes Risiko, dass Kandidaten den Bewerbungsprozess abbrechen, lauert im Vorstellungsgespräch. Hier zeigt sich, ob das, was auf der Webseite, in der Stellenanzeige und bei anderen Personalmarketing-Maßnahmen versprochen wurde, der Realität entspricht. Besonders hoch ist die Gefahr des Abbruchs, wenn der Bewerber auf unfreundliche Fachvorgesetzte oder schlecht vorbereitete Personaler stößt oder wenn er sich im Unternehmen nicht willkommen fühlt. • Vertragsverhandlung: Auch während der Vertragsverhandlung kann es zu einem Abbruch durch den Bewerber kommen, zum Beispiel wenn diese sich zu lange hinzieht oder wenn das Unternehmen zuvor gemachte Zusagen zurücknimmt.
  • Absageschreiben: Kann ein Kandidat aktuell nicht eingestellt werden, muss er dem Unternehmen jedoch nicht auf Dauer verloren gehen. Ein gutes Absageschreiben erfüllt die Aufgabe, den Kandidaten weiter an das Unternehmen zu binden, indem ihm zum Beispiel die Aufnahme in einen Talentpool vorgeschlagen wird.
  • Onboarding: Das Onboarding des neuen Mitarbeiters im Unternehmen stellt die Schnittstelle zwischen Kandidaten- und Mitarbeitererfahrung dar. Die Candidate Experience geht über in die Employee Experience und darf keine Brüche bei der wahrgenommenen Unternehmenskultur aufweisen.

 

Softwareunterstützung

Wie bereits beschrieben, ist eine individuelle und wertschätzende Kandidatenansprache unerlässlich für eine positive Bewerbererfahrung. Gleichzeitig kommt es darauf an, schnell zu antworten und den Kandidaten moderne und unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeiten bereitzustellen. Jedes Unternehmen muss deshalb eine individuelle Balance zwischen einem automatisierten Bewerbungsprozess und einer individuellen Kandidatenansprache finden.

Ohne eine Softwareunterstützung, die an Termine erinnert, schnelle Reaktionszeiten sowie eine mobile Bewerbung (zum Beispiel via CV Parsing oder das Hochladen von Daten aus dem Xing- oder Linkedin-Profil) ermöglicht, ist eine gute Candidate Experience heute kaum machbar. Wichtig ist, dass die Software auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Kandidaten wollen heute keine seitenlangen Online-Formulare ausfüllen, sondern die wichtigsten Informationen schnell an das Unternehmen übermitteln, idealerweise sogar von einem mobilen Endgerät aus.
 

Anbindung an das Talent Management

Kann ein Kandidat aktuell nicht eingestellt werden, empfiehlt es sich, seine Daten in den Talentpool des Unternehmens zu übernehmen (Datenschutz und DSGVO beachten!). Maßnahmen für das Candidate Relationship Management sorgen dafür, dass eine regelmäßige Kommunikation stattfindet, dass die Erfahrungen des Kandidaten weiterhin positiv bleiben und dass er so an das Unternehmen gebunden wird.

Weitere HR-Begriffe finden Sie in unserem Glossar für das Personalmanagement

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